Kreis Anzeiger - „Es hat sich gelohnt – voll und ganz“

Resümee Organisatoren von „Vereint Zeichen setzen!“ ziehen positives Fazit / Menschen für Gefahren von Rechts sensibilisiert

„Es hat sich gelohnt – voll und ganz.“ Manfred Linss, Sprecher der Aktion „Vereint Zeichen setzen!“, hat im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger ein positives Fazit der Großveranstaltung gezogen, die am Samstag auf dem Messeplatz in Nieder-Florstadt stattgefunden hat. Sechs Vereine aus Florstadt, Echzell und Reichelsheim und die „Grätsche gegen Rechtsaußen“ hatten das Event organisiert, bei dem am Nachmittag etwa 1000 Wetterauer in farbigen T-Shirts auf 500 Quadratmetern das Wort „Respekt!“ formten.

„Dieses Ziel haben wir erreicht, auch wenn wir im Vorfeld auf 1500 Besucher gehofft hatten“, unterstrich Linss. Man habe viel geleistet, viel erreicht und die Menschen für die Gefahren sensibilisiert, die vom rechten Rand ausgingen. Als er die Teilnehmer des Schriftzugs zu ihren Gefühlen befragt habe, habe er für einen kurzen Moment Gänsehaut bekommen, schilderte der Vorsitzende der „Grätsche“.

Etwa 1500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hätten die freiwilligen Helfer in die Planung und Organisation von „Vereint Zeichen setzen!“ investiert. Stolz ist Linss auch darauf, dass man im Rahmen des Lokalen Aktionsplans (LAP) für die Kommunen Reichelsheim, Wölfersheim, Echzell und Florstadt einen Zuschuss in Höhe von rund 16 000 Euro erhalten habe. „Das ist die höchste Einzelsumme, die jemals für ein solches Projekt freigegeben wurde“, berichtete der Sprecher.

Er werde sich sicherlich noch lange an die lockeren Moderationen mit Kwamena Odum und den Jubel erinnern, der aufbrauste, als der menschliche Schriftzug vollendet war, resümierte Linss während der letzten Aufräum- und Zeltabbauarbeiten am Sonntagnachmittag. Wenn danach sofort das Musik-Programm begonnen hätte, „dann wäre es perfekt gewesen“. So müsse man sich den Vorwurf machen, dass anschließend viele das Festgelände verlassen hätten. „Aber für das erste Mal können wir vollauf zufrieden sein“, konstatierte Linss. Und das auch, weil Polizei und Florstädter Ordnungsamt mögliche Störungen der Old Brothers und von NPD-Mitgliedern im Keim erstickt und diesen Personkreis vom Gelände verwiesen hätten.

Er könne sich durchaus vorstellen, meinte Linss, die Veranstaltung zu wiederholen. Denn das Thema sei weiterhin aktuell. Dann jedoch wolle man nicht „gegen etwas“ agieren, sondern sich „für etwas“ engagieren.

Auch der Ehrenvorsitzende des Sportkreises Wetterau, Rolf Lutz, zog ein positives Resümee: „Mit den Aktionen ,Respekt‘ und ,Kein Platz für Rassismus‘ versucht der Sportkreis bereits seit einiger Zeit, im Kampf gegen Rechts Farbe zu bekennen. Bei der Veranstaltung in Florstadt waren wir von Anfang an in die Planungen involviert“, schilderte Lutz. Man habe „sehr deutlich Flagge“ gezeigt und die Aktion „Vereint Zeichen setzen!“ nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch mit einem interessanten und großen Spielgarten für Jung und Alt bereichert. Lutz abschließend: „Damit hat der Sportkreis Wetterau auf eindrucksvolle Art und Weise bewiesen, dass er auch in gesellschaftspolitischen Fragen ein verlässlicher Partner ist, der Anerkennung verdient.“

Die Homepage www.vereint-zeichen-setzen.de soll nach Angaben von Linss nicht gelöscht werden. Dort sollen weitere Dokumentationen gesammelt werden, die anschließend jederzeit abrufbar bleiben sollen.

© Kreis Anzeiger 18.06.2013

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