Die Idee - Ein menschlicher Schriftzug

Im Herbst 2012 entstand die Idee zum "menschlichen Schriftzug": Es erschien ein Bericht in der Wetterauer Zeitung,  in dem die Rede davon war, die Wetterau sei eine Hochburg rechtsradikaler Umtriebe und dass diese rassistischen Einstellungen bis in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen seien. Und wie kann man besonders viele Menschen erreichen? Durch Vereine, Organisationen und Firmen, die, durch eine in der Öffentlichkeit wirksame Aktion zeigen, dass  in der Wetterau kein Platz für Rassismus ist. Nach einigen Gesprächen fanden sich schnell sieben Vereine, die diese Aktion nicht nur planen sondern auch durchführen würden.

                • Grätsche gegen Rechtsaussen e.V.
                • Musikzug der FF Blofeld e.V.
                • Sportkreis Wetterau
                • SV 1920 Echzell e.V.
                • Tennisclub Florstadt e.V.
                • TV 1898 Gettenau e.V.
                • SG 1920 Stammheim e.V.

Am 15. Juni 2013 soll der Schriftzug "Respekt!" aus mindestens 1000-1500 Menschen nachgebildet werden. Die Fotoaktion findet im Rahmen einer Veranstaltung auf dem Messegelände in Nieder-Florstadt statt. Vereine, Firmen und Organisationen können sich zu dieser Aktion anmelden um so, gemeinsam mit vielen anderen Menschen zu zeigen, dass in der Wetterau kein Platz für Rassismus ist. 

Die Aktion wird begleitet von einem attraktiven Rahmenprogramm mit zahlreichen Events. So können Sie beispielweise an der "Respekt! - Kein Platz für Rassismus"-Schilderaktion teilnehmen, sich an zahlreichen Infoständen zum Thema Rassismus, Toleranz und Fremdenfeindlichkeit informieren oder einfach einen schönen Tag auf dem Festplatz verbringen. Am Abend lassen wir es noch mal so richtig krachen: Die "Azzis mit Herz" und die "Coconut Butts" werden Ihnen so richtig einheizen. Die Anfangszeiten der einzelnen Veranstaltungen entnehmen Sie dem Veranstaltungsplan.

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Rassismus - Was ist das eigentlich?

Def.: "Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet."

In der Zeit des Nationalsozialsmus versuchte man die kranken Thesen des völkischen Rassismus durch "wissenschaftliche Belege" zu untermauern. Es handelte sich dabei jedoch um Untersuchungen, die, anders als seriöse Untersuchungen, versuchten, ein vorher gewünschtes Ergebnis anhand (pseudo)-wissenschaftlicher Forschung zu beweisen. Rassismus ist also weder eine Weltanschauung, die einer kritischer Betrachtung standhält, noch wissenschaftlich zu beweisen ist. Rassismus ist schlicht und ergreifend das Ergebnis von Intoleranz und tief sitzenden Ängsten vor all denen, die fremd und/oder anders sind. 

Die Wetterau, die als eines der Zentren der rechtsextremen Szene in Deutschland beschrieben wird, rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Dies lag unter anderem an den Straftaten der Kameradschaft "Old Brothers", deren Kopf, Patrick W., mittlerweile zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Außerdem finden in der Wetterau regelmäßig Parteitreffen der NPD statt. Zudem gründete sich jüngst in Büdingen eine neue rechte Partei mit dem Namen die "Die Rechte", deren Mitglieder zum Teil ebenfalls einschlägig bekannte Rechtsextreme sind.

 - will der Öffentlichkeit zeigen, dass die Wetterau keine "braun durchsetzte Region" ist. Wir wollen demonstrieren, dass die Vereine, Organisationen und Firmen der Wetterau aus toleranten und weltoffenen Menschen bestehen. Jeder, gleich welcher Abstammung, Hautfarbe und Religion soll wissen, dass die Wetterau ein Platz ist, an dem man wilkommen ist und sich sicher fühlen kann.

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Grußwort von Erstem Kreisbeigeordneten Helmut Betschel-Pflügel

Respekt zeigen, das ist die Forderung der Veranstaltung, zu der sieben Vereine der Region am 15. Juni nach Nieder-Florstadt einladen. Gemeinsam mit der Stadt Florstadt und den beteiligten Vereinen wird deutlich gemacht, dass in der Wetterau kein Platz für Rassismus ist. Gemeinsam mit der Stadt Florstadt und den beteiligten Vereinen wird deutlich gemacht, dass in der Wetterau kein Platz für Rassismus ist.

Ehrlich miteinander umgehen, die Würde des anderen respektieren, das sind Voraussetzungen für ein gutes Miteinander zum Wohle aller Beteiligten.

Stark sein in der Haltung gegen Rechts ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer Nationalität, ihres Geschlechts oder wegen ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt und diskriminiert werden.

Persönliches Engagement ist wichtig. Es reicht nicht, die anderen zum Tun aufzufordern, der eigene Beitrag ist wichtig.

Erlebte Solidarität, das gemeinsame Eintreten für eine Sache stärkt uns in unserem Kampf gegen Rechts für eine tolerante und freiheitliche Gesellschaft.

Kooperationen bilden, macht Sinn. Gemeinsam sind wir stark.

Toleranz ist die Voraussetzung für ein Gemeinwesen, in dem Fremde als Bereicherung angesehen werden können. Deutschland ist auf den Zuzug von Menschen angewiesen, schon allein um unseren jetzigen Lebensstandard zu sichern. Toleranz ist nicht nur ein Zeichen von Menschlichkeit, sondern auch im wohlverstandenen Eigeninteresse ein Zeichen von Klugheit.

In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung einen großen Erfolg und einen regen Besuch.

Herzlichst

Ihr

Helmut Betschel-Pflügel

Erster Kreisbeigeordneter

 

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Schirmherr Bürgermeister Herbert Unger

Sehr geehrte „Mitmacher“, liebe Gäste,

„Vereint Zeichen setzen“ ist eine beispielgebende Initiative gegen Rassismus und Intoleranz und ich bin glücklich und stolz zugleich, dass unsere Stadt am 15. Juni 2013 zusammen mit sieben Vereinen aus der Wetterau und unter der Federführung der „Grätsche gegen Rechtsaussen“, deren Mitglied auch die Stadt Florstadt ist, Gastgeber einer Großveranstaltung sein kann, die ein deutliches Zeichen dafür setzen wird, dass die Wetterau im Allgemeinen und Florstadt im Besonderen, kein Ort für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz ist.

Gerade vor dem Hintergrund, dass der zurzeit im Gefängnis sitzende Gründer der „Old Brothers“ seine Wurzeln in Florstadt hat und leider auch einen Teil seiner (ehemaligen?) „Anhänger“ aus unseren Stadtteilen stammen, waren wir ermutigt und gefordert, ein deutliches Signal gegen die geistigen Auswüchse rechtsradikalen Gedankenguts Ewiggestriger zu setzen und ich freue mich, dass es mit dieser großen Veranstaltung gelingen wird, ein Zeichen zu setzen, was deutlich über unsere Stadt und den Wetteraukreis hinausgehen wird.

Dazu wird auch die Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ ihren Beitrag leisten, die im Jahr 2010 von Lothar Rudolf gegründet wurde und – ausgelöst durch rassistische Pöbeleien auf deutschen Fußballplätzen – jedwede Benachteiligung, etwa aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, wegen einer Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung, zu verhindern versucht. Aus diesem Grund werden wir ein großes „RESPEKT“ mit ca. 1.500 Menschen stellen, um nicht nur ein symbolisches, sondern auch ein echtes und lebendiges Zeichen zu setzen.

Hierzu lade ich Sie alle am 15. Juni nach Nieder-Florstadt (Bereich Messeplatz/Bolzplatz an der Willy-Brandt-Straße) ein. Daneben erwartet Sie ein anspruchsvolles Kulturprogramm, Essen und Trinken sowie „Promis“, die unsere Initiative ebenfalls unterstützen – und dies alles bei freiem Eintritt.

Abschließend danke ich allen beteiligten Vereine, Verbänden, Behörden, Sponsoren und Einzelpersonen, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben; ganz besonders dem Lokalen Aktionsplan „Bunter Leben“, der mit einem Bundeszuschuss in Höhe von 16.000,- € maßgeblich zur Realisierung dieser Großveranstaltung beigetragen hat. Ich wünsche allen Mitwirkenden, Unterstützern und Gästen auch im Namen unseres Landrates Joachim Arnold einen erlebnis- und ereignisreichen Tag in Florstadt.

Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen!

In diesem Sinne Grüßt Sie herzlich

Herbert Unger

-Schirmherr- 

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Uwe Hartwig, Vorsitzender Lagergemeinschaft Auschwitz - Freundeskreis der Auschwitzer

Die Lagergemeinschaft Auschwitz - Freundeskreis der Auschwitzer ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, am 15. Juni in Florstadt mitzuhelfen, dass die Veranstaltung "Vereint Zeichen setzen" ein großer Erfolg wird. Die Wetterau hat eine gute Tradition, dass immer wieder Menschen aufstehen, sich engagieren gegen rechts und rechtsextremen Aktivitäten erfolgreiche Aktionen entgegensetzen.
Als Verein, der von überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz gegründet wurde, ist es unsere Verpflichtung, rechtsextreme Aktivitäten zu bekämpfen und alle zu unterstützen, die sich gegen Rechte wehren. Unser Vereinsgründer Hermann Reineck hatte immer ein doppeltes Ziel vor Augen: Informieren über das , was geschehen ist und sich einsetzen, dass rassistische, antisemitische und faschistische Gewalt nicht mehr aufkommen kann. Hermann Reineck hat in Münzenberg gelebt. Er würde am 15. Juni ganz gewiss dabei sein.
Deswegen unterstützen wir den Aufruf "Vereint Zeichen setzen!"

Uwe Hartwig
Vorsitzender

mehr Informationen erhalten Sie unter: www.lagergemeinschaft-auschwitz.de

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Grußwort von Landrat Joachim Arnold

Liebe Demokratinnen und Demokraten, liebe Besucherinnen und Besucher,

ich grüße Sie ganz herzlich und freue mich, dass Sie alle heute ein Zeichen setzen gegen Rechtsradikalismus und aktiv eintreten für einen respektvollen Umgang miteinander. Sie tragen mit Aktionen wie dieser mit dazu bei, einmal mehr deutlich zu zeigen, dass Rassismus und der Geist der ewig Gestrigen keinen Platz bei uns in der Wetterau.

Wir alle dürfen die Agitatoren rechtsradiken Gedanken nicht aus dem Blick lassen.

Wir alle dürfen sie und ihre abstrusen, menschenfeindlichen Ideen nicht verharmlosen.

Wir alle müssen sehr sensibel rechtsradikale Umtriebe registrieren und ihnen entgegentreten.

Wir alle sind immer wieder aufgerufen ein deutliches öffentliches Zeichen gegen Rassenwahn, Ausgrenzung und Respektlosigkeit setzen.

Deshalb unterstütze ich die Aktion auch wenn ich diesmal aus terminlichen Gründen leider nicht persönlich teilnehmen kann. Ihrer Veranstaltung wünsche ich viele Nachahmer, nicht nur in der Wetterau, sondern weit darüber hinaus.

Mit solidarischem Gruß

Ihr

Joachim Arnold

- Landrat -

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Übersichtskarte Teilnehmer